Auswandern in die Schweiz - Teil II: Wie versichere ich mich richtig?

 

Wie versichere ich mich richtig Blog

 

In diesem Teil der Schweiz-spezifischen Serie gibt uns Domian O. Obrist, unabhängiger Versicherungsbroker, spezialisiert auf Local Hires, einen guten Einblick über die Krankenkassen-Pflicht in der Schweiz und erklärt wichtige Modelle und Unterschiede.

Krankenkassen-Pflicht

Jede in der Schweiz lebende Person muss von Gesetzes Wegen Krankenversichert sein. Innert drei Monaten nach Anmeldung beim Wohnsitz, muss man sich für eine Krankenkassen entschieden haben. Der Service-Level der Gesellschaft, das gewählte Arztmodell, die Franchise, die Zusatzversicherungen und nicht zuletzt auch die Prämie sollten an die Bedürfnisse der versicherten Person angepasst sein.

 

Die Grundversicherung (obligatorisch)

Eine obligatorische Grundversicherung gehört zwingend zu jeder in der Schweiz wohnhaften Person. Die Pflicht, krankenversichert zu sein, kann man nicht beeinflussen, sehr wohl aber die Gesellschaft bei welcher man diese abschliesst und ebenso ist man frei in der Wahl des Arztmodells oder der Franchise.

 

Franchise Möglichkeiten:

Die Franchise definiert den Betrag, der pro Kalenderjahr von den Gesundheitskosten, die durch Arztbesuche und Medikamente entstehen, selber übernommen wird.

 

Folgende Möglichkeiten der Franchise sind möglich und dabei gelten diese für jede Krankenkasse gleichermassen, denn sie sind gesetzlich definiert: CHF 300 / CHF 500 / CHF 1000 / CHF 1500 / CHF 2000 / CHF 2500

 

Erreicht man die Höhe der gewählten Franchise, so werden ab dann jeweils 90% der Kosten durch die Krankenkasse getragen. 10% müssen vom Patienten als Selbstbehalt getragen werden.

Je öfter man ärztliche Dienstleistungen in Anspruch nimmt, desto eher empfiehlt sich eine tiefe Franchise. Im Umkehrschluss macht die höchste Franchise Sinn, wenn man sehr wenig im Jahr zum Arzt geht. Je höher die Franchise, desto tiefer ist die geschuldete Prämie, jedoch sollte man immer daran denken, dass man im Ernstfall mit einer hohen Franchise immer einen bestimmten Betrag an Geld zur Seite gelegt haben muss, um unerwartete Kosten bezahlen zu können.

 

Arztmodelle:

  • Freie Arztwahl: Bei jeder Konsultation kann man zu einem Arzt oder Spezialisten nach Wahl gehen. Das teuerste Modell.
  • Hausdoktor- / HMO-Modell: Jede Konsultation muss über den gewählten Hausdoktor oder über das HMO-Center erfolgen. Gegebenenfalls wird der Hausdoktor den Patienten zu einem Spezialisten weiterleiten. Das wohl am meisten verbreitete Modell in der Schweiz.
  • Telefon-Modell: Um gegebenenfalls einen Doktor oder Spezialisten sehen zu können, muss immer zuerst ein telefonischer Kontakt zu der Krankenkasse erfolgen. Die günstigste Variante.

 

Unfalldeckung

In der Schweiz wird zwischen der Krankenkasse und der Unfallversicherung unterschieden. Sofern man einer geregelten Tätigkeit nachgeht und mehr als 8 Stunden pro Woche arbeitet, ist man vom Arbeitgeber unfallversichert - auch bei Unfällen ausserhalb der Arbeit. Ein Einschluss der Unfallversicherung bei der Grundversicherung ist in diesem Fall nicht notwendig. Ist dies nicht der Fall, insbesondere auch bei Kindern, sollte man die Unfalldeckung jedoch zwingend mit einschliessen.

 

Zusatzversicherungen (VVG)

Ist kein muss – aber durchaus sehr empfehlenswert. Über Zusatzversicherungen schliesst man die Lücke zu einem optimalen Versicherungsschutzes.

So gibt es bei der Krankenhausversicherung Spitalzusatzversicherung die allgemeine Abteilung, halbprivate Abteilung, private Abteilung und Flex-Modelle. Je nach Abteilung entstehen Unterschiede über zuständige Ärzte, Krankenhäuser Spitäler und Teilung der Krankenhauszimmer Spitalzimmer mit weiteren Patienten.

Komplementärmedizin (wie beispielsweise die Homöopathie), Medikamente, notfallmässige Auslandbehandlung, Transporte, Physiotherapien, Beiträge zu Fitnesscenter, Brillen, Kontaktlinsen etc. werden je nach Krankenkasse in verschiedenen Arten und Deckungen angeboten. Vergleichen und vor allem eine kompetente Beratung an dieser Stelle lohnt sich!

 

Vorgeburtliche Anmeldung

Bei Schwangerschaft sollte man rechtzeitig an eine vorgeburtliche Anmeldung des Babys denken. So wird gewährleistet, dass von der ersten Sekunde und vom ersten Atemzug das Kind so versichert ist, wie man sich das in Ruhe einige Monate zuvor gewünscht hat. Allenfalls wäre im Notfall das Neugeborene  nicht versichert und dies kann zu hohen Kosten führen, wenn man beispielsweise auf der Neugeborenen-Intensivstation die Inkubator-Koten selber tragen müsste.

 

Good to know

Die Leistungen der Grundversicherung sind bei allen Krankenkassen von Gesetzes Wegen identisch. Es gibt einen einheitlichen Servicekatalog der von allen Krankenkassen angeboten und eingehalten werden muss.

 

Der Beratungsservice ist für Kunden und Prämienzahler bereits mit der Prämie von der Versicherungen abgegolten. Folglich werden in der Regel keine Rechnungen von Versicherungsberatern an die Kunden gestellt.

 

Krankenkassen vergleichen und Beraten lassen

Es zeigt sich, dass man bei der Wahl der Krankenkasse an vieles denken muss. Trotz gesamtschweizerischer Auflage einer Krankenkassenpflicht, gibt es diverse Unterschiede bei den verschiedenen Gesellschaften. Es empfiehlt sich bei der Wahl der richtigen Franchise, des Arztmodelles oder Zusatzversicherungen einen Spezialisten aufzusuchen, um sich korrekt und transparent beraten zu lassen.

 


Obrist 

Dieser Blogbeitrag wurde in Zusammenarbeit mit Doman O. Obrist verfasst. 

Doman O. Obrist ist unabhängiger Versicherungsbroker und unterstützt seine Kunden bei der richtigen Wahl der Versicherung. Er hat sich auf International Local Hires spezialisiert, spricht fliessend Deutsch und Englisch.

 

Für weitere Informationen und kostenlose Beratungsangebote besuchen Sie bitte:   https://www.obrist-helps.ch


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