Work Life Balance? - Das Leben zwischen Arbeit und Freizeit

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Was heisst Work Life Balance? Jeder kennt diesen Ausdruck und die Mehrheit ist der Meinung, dass die Work Life Balance ein Gleichgewicht zwischen der Arbeitswelt und dem Privatleben bedeutet. Nehme wir uns noch genug Zeit für uns selbst, so dass wir bei der Arbeit 100% effektiv und wertschöpfend arbeiten können?

Die Statistik spricht eine ganz andere Sprache, denn schleichend kann das Ruder ausser Kontrolle geraten. Seien wir mal ehrlich: nicht gerne geben wir offen bei der Arbeit zu, wenn es mal doch «etwas» zu viel wird. Aber genau das ist wichtig, seien Sie ehrlich und sprechen Sie darüber. Das Thema ist wichtig und Sie stehen nicht alleine da.

Ich möchte Ihnen in diesem Beitrag ein paar hilfreiche Tipps mitgeben, wie Sie frühzeitige Warnsignale einer nicht vorhandenen Balance erkennen, was Sie tuen können, um Ihre Balance zu finden und die Vorteile einer guten Work Life Balance aufzeigen.

 

Zwischen Gleichgewicht und Disharmonie

Mit Balance ist nicht unbedingt eine 50-50 Aufteilung gemeint, denn das ist in unserer heutigen Welt fast unmöglich. Bei einem Ausgleich von Berufs- und Privatleben geht es in erster Linie darum, für sich selbst ein gesundes Mass zu finden. Was dabei als Aufopferung, Pflicht und Stress und was als kraftgebende “Quality Time” wahrgenommen wird, ist individuell.

Ebenso wie Sie, profitiert auch der Arbeitgeber von einer ausgeglichenen Balance seiner Mitarbeiter. Es hat sich gezeigt, dass diese Mitarbeiter weniger ausfallen, produktiver und motivierter sind. Einige Vorreiter wie beispielsweise die skandinavischen Länder starten bereits mit 30 Stunden Wochen.

Wenn die Work Life Balance ab und an mal aus dem Gleichgewicht kommt, ist das leicht zu verkraften. Erst eine dauerhafte Benachteiligung eines Teils kann dissoziative Auswirkungen haben. Die wohl bekannteste Auswirkung ist das Burnout Syndrom.

 

Burnout als Folge von Disharmonie

Das Burnout Syndrom wird in der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD) als «Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung» beschrieben. In der Version ICD-11, die ab Januar 2022 gelten soll, ist Burnout als Syndrom aufgrund von „Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann“ definiert. Das bedeutet ausdrücklich, dass ein Burnout nur im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz entstehen kann.

Symptome eines Burnouts können sein:

  • Erschöpfung und Antriebsschwäche
  • Verwirrtheit
  • Vergesslichkeit
  • Müdigkeit
  • Gereiztheit
  • Apathie und Gleichgültigkeit

Wichtig ist, diese Zeichen frühzeitig zu erkennen und ernst zu nehmen. Jeder sollte für sich immer wieder reflektieren, ob Familie, Freunde oder Hobbys zu kurz kommen. Stellen Sie sich die Frage, ob Sie wirklich glücklich und zufrieden sind und seien Sie bitte ehrlich zu sich selber.

 

Tipps und Strategien zu einer guten Work Life Balance

  1. Selbstanalyse: Sie kennen sich selbst am besten. Was sind Ihre Werte, was macht Sie glücklich, was brauchen Sie um diese Bedürfnisse zu erreichen? Eine willenlose Anpassung kann niemals zu einer gesunden Work Life Balance führen.
  2. Zeitmanagement verbessern: Gestalten Sie klare Zeitfenster. Diese können Sie jederzeit anpassen, aber wichtig - bleiben Sie an dem was Sie sich vorgenommen haben und setzen Sie die Prioritäten richtig.
  3. Setzen Sie sich ein Zeitlimit: Erledigen Sie zuerst die Aufgaben, die Ihnen am meisten Zeit rauben, so geraten Sie nicht in Hektik, denn Hektik bedeutet meist Chaos und Nervosität.
  4. Vermeiden Sie Ablenkungen: Ob privat oder beruflich, vermeiden Sie Störfaktoren wie Handy, Surfen im Netz, Mails checken etc. Fokussieren Sie sich auf Ihre Arbeit, werden schneller sein und Ihr Privatleben wird sich freuen, dass Sie keine Überstunden leisten müssen. Auch Gespräche mit denKollegen können durch den Raum fliessen, gehen Sie nicht auf alle Gespräche ein, auf der Arbeit zählt immer noch die Arbeit. Schliesslich können die Gespräche in die Pausen miteinfliessen.
  5. Ein gutes Arbeitsverhältnis zu Arbeitskollegen aufbauen: Ein angespanntes Verhältnis zu Arbeitskollegen und oder Vorgesetzen kann belastend für die Psyche sein. Deshalb ist es wichtig Konflikte intern zu lösen, in Teams zu arbeiten, Rücksicht zu nehmen und Pausen gemeinsam zu verbringen.
  6. Private und berufliche Termine gleichsetzen: Natürlich lassen sich private “Termine” leichter verschieben als berufliche. Freunde und Familie haben schliesslich mehr Verständnis als der Arbeitgeber und man braucht auch mal seine Ruhe. Doch Vorsicht ist besser als Nachsicht! Für eine gesunde Work Life Balance sollten die privaten Pläne genauso ernst genommen werden, wie Arbeitstermine. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Leben auf Dauer nur noch aus Arbeit und Ausruhen besteht.
  7. Gönnen Sie sich eine Auszeit: Es ist stressig, lebhaft, chaotisch und wir sind verspannt! Auch in unseren Köpfen herrscht ein Wirbelsturm. Einfach mal daliegen hat noch niemandem geschadet. Gönnen Sie sich eine Massage oder machen Sie es bei sich zu Hause so gemütlich, dass Sie Ihre innere Ruhe finden. Kerzen, Duftöle…schaffen Sie eine Oase in Ihrem eigenen Reich.
  8. Gesundheit und Bewegung: Für eine gute Work Life Balance brauchen viele Menschen ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung. Gerade wenn Sie im Büro arbeiten, den ganzen Tag sitzen und Sie in Ihrer kurzen Pause nur schnell etwas zu Essen warm machen. Vielleicht nicht selbst gekocht, sondern schnell ein Take-Away-Menü. Sorgen Sie privat dafür, dass Sie sich Zeit nehmen zu kochen, machen Sie einen langen Spaziergang, gehen Sie ins Fitnessstudio oder Joggen. Sport setzt Endorphine frei und hilft Ihnen dabei den Arbeitsstress abzubauen.

Nehmen Sie sich diese Tipps wirklich zu Herzen. Je glücklicher, ausgeglichener und erholter Sie sind, umso erfolgreicher können Sie auch bei der Arbeit sein.

 

Es ist mir bewusst, dass nicht alles auf anhieb realisierbar ist. Fangen Sie mit einem Punkt an und arbeiten Sie sich vor. Sie werden merken, innert kürzester Zeit fühlen Sie sich den Dingen gewachsen und die Arbeit macht wieder Spass. Es ist ebenso keine Schande, sich extern an einen Berater zu wenden, sei es professionell, ein enges Familienmitglied oder eine Vertrauensperson. Wichtig ist, dass Sie dazu stehen und lernen, Ihre Bedürfnisse zu erkennen und darüber sprechen.

 

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