Temporäre Anstellung: Was muss ich wissen?

TEMPORÄRARBEIT DE

 

Als Personaldienstleister befinden wir uns direkt an der Quelle und bemerken vor allem den steigenden Trend der temporären Arbeitsplätze. In der Schweiz haben letztes Jahr 340'000 Menschen temporär gearbeitet. Rund 2,5 Prozent der Beschäftigten hierzulande arbeiten temporär. Das zeigen die neusten Zahlen des Branchenverbandes Swissstaffing.

Die Gründe für temporäre Stellen können stark variieren:  Ein nicht freigegebenes Budget für den Personalbestand, eine Krankheits- oder Mutterschaftsvertretung oder einfach der Industrie geschuldete Abläufe. Für Unternehmen bietet die Temporärarbeit eine erhöhte Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit. Viele temporäre Stellen werden mittlerweile ausschliesslich über Personaldienstleister ausgeschrieben und sind nicht mehr über das interne HR zugänglich.

Aber nicht nur für die Unternehmen ergeben sich durch die Temporärarbeit Vorteile: Für Temporärmitarbeitende ergeben sich viele Chancen mit der Temporärarbeit:

  • Als Karrieresprungbrett direkt nach dem Abschluss
  • Als Überbrückung
  • Die Möglichkeit viele unterschiedliche Unternehmen mit deren Spezifika kennenzulernen
  • Übernahme und Unterstützung bei der Stellensuche durch Personaldienstleister
  • Branchenspezifische Beratung und CV Check durch Personaldienstleister
  • Flexibilität im Arbeitsleben

 

Rahmenarbeitsvertrag und Einsatzvertrag

Vertrag unterschreibenAls temporärer Angestellter sind Sie über uns, die nemensis ag, als Personaldienstleister angestellt. Der Arbeitsort ist der jeweilige Einsatzbetrieb, also das Unternehmen für das Sie arbeiten. Vertraglich bedeutet das, dass Sie einen Rahmenarbeitsvertrag erhalten, der die generellen Arbeitsbedingungen (z.B. Allgemeine Pflichten oder Absenzen) definiert, sowie einen Einsatzvertrag, der die Spezifika des jeweiligen Einsatzbetriebes definiert. Also zum Beispiel ob der Betrieb 40 Stunden oder 42,5 Stunden pro Woche arbeitet oder wie die Arbeitszeiten geregelt werden. Im Einsatzvertrag ist ebenfalls das Start- und voraussichtliche Enddatum erfasst, sowie die Kündigungsfristen und der Arbeitsort.

 

GAV Personalverleih

Als temporärer Mitarbeiter ist man dem Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih (GAV) unterstellt, der Sie als Mitarbeiter besser schützt. Von Ihrem Gehalt werden Ihnen 0.7% für GAV Personalverleih geltend gemacht, dafür erhalten Sie jedoch Anspruch auf bezahlte Weiterbildung gemäss dem Reglement Temptraining. Hier können Sie je nach Dauer Ihres Einsatzes Trainings im Wert bis zu CHF 4000 absolvieren.

Für Sie als Temporärmitarbeitenden bedeutet das konkret:

  • Subventionierte Weiterbildung
  • Bessere Altersvorsorge
  • Besserer Krankentaggeld-Schutz
  • Branchenspezifische Mindestlöhne

 

Ferien und bezahlte Kurzabsenzen

Die Ferienzahl variiert je nach Einsatzbetrieb oder Alter und beträgt zwischen 20 bis 30 Tagen. In der Regel erhalten temporäre Mitarbeiter zwischen 20 und 25 Tagen Ferien pro Jahr. Für jede geleistete Stunde wird eine Ferienrückstellung (bei 20 Ferientagen 8,33% und bei 25 Ferientagen 10,6%) berechnet, die beim Bezug der Ferien oder dem definitiven Austritt ausbezahlt wird. Es handelt sich hier nicht um einen Abzug, sondern lediglich eine Zurückstellung, die in jedem Fall Ihnen, dem temporären Mitarbeiter zusteht.

Zusätzlich zu den festgelegten Ferien besteht nach Ablauf der Probezeit der Anspruch auf folgende bezahlten Kurzabsenzen:

  • Heirat des Arbeitnehmenden, Todesfall in der Gemeinschaft lebenden Familie: 3 Tage
  • Geburt oder Heirat des eigenen Kindes: 1 Tag
  • Pflege des eigenen oder im Haushalt lebenden kranken Kindes pro Krankheitsfall: 3 Tage
  • Umzug des eigenen Haushaltes: 1 Tag

 

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Als Temporärmitarbeitender unterstehen Sie einer Kollektivtaggeldversicherung, die Ihnen ab dem dritten Krankheitstag 80% Ihres Durchschnittslohns ausbezahlt. Die Abzüge für diese Prämie betragen maximal 2,5% Ihres Lohns. Die Lohnfortzahlung bei BVG (Berufliches Vorsorge-Gesetz) Pflicht (also ab dem dritten Anstellungsmonat bei Temporärarbeit) beträgt gemäss dem GAV Personalverleih 720 Tage, ohne BVG Pflicht lediglich 60 Tage.

 

Überzeit

Überzeiten werden bezahlt, sofern Sie über 9.5 Stunden am Tag oder über 45 Stunden in der Woche arbeiten. Der Zuschlag für Überzeit beträgt 25%. Zudem kommen je nach Arbeitsstelle weitere Zuschläge für Nachtarbeit oder Arbeiten an Feiertag hinzu.

 

Zeiterfassung und Lohnauszahlung

Die Zeiterfassung kann stark von Betrieb zu Betrieb variieren und sogar innerhalb eines Betriebes handhabt jede Abteilung die Zeiterfassung meist anders.

Die meisten temporären Mitarbeiter erhalten ein Badge, mit dem ihre Arbeitszeiten und Pausen elektronisch erfasst werden. Diese werden dann automatisch im System erfasst und an uns weitergeleitet, so dass einer reibungslosen Lohnauszahlung nichts im Wege steht. Aber wie die Technik so manchmal ist, kann es auch hier zu einigen Problemen oder Übertragungsfehlern kommen. Diese werden meist schnell erkannt und angepasst. Ansonsten müssen Sie ihre Stunden manuell erfassen.

Die Lohnauszahlung ist abhängig vom Einsatzbetrieb und kann je nachdem im Stunden- oder Monatslohn erfolgen.

 

Probezeit und Kündigungsfristen

Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, also die Kündigungsfrist und die Probezeit erfolgen gemäss Art. 10&11 GAV.

Die Probezeit beträgt für befristete Einsätze 2/3 der Einsatzdauer, maximal 3 Monate. Bei unbefristeten Einsätzen gelten die ersten 3 Monate als Probezeit.

  • Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis von der nemensis ag und dem temporären Mitarbeiter unter Einhaltung einer Frist von 2 Arbeitstagen gekündigt werden.
  • Während der ersten 3 Monate (also inklusive des dritten Monats) der ununterbrochenen Anstellung kann mit einer Frist von 2 Arbeitstagen gekündigt werden.
  • In der Zeit vom 4. bis und mit dem 6. Monat der ununterbrochenen Anstellung mit einer Kündigungsfrist von 7 Tagen.
  • Ab dem 7. Monat der ununterbrochenen Anstellung gilt die Kündigungsfrist von einem Monat, jeweils auf den gleichen Tag des darauffolgenden Monats.

Im Einsatzvertrag können jedoch individuell auch längere Kündigungsfristen verabredet werden. Einsätze auf bestimmte Dauer enden ohne Kündigungsfrist.

 

Fazit

Temporären Stellen eilt oftmals ein unbegründeter negativer Ruf voraus. Es gibt viele Gründe einen temporären Job anzunehmen: Als Überbrückung, als Möglichkeit neue Positionen kennen zulernen oder einfach, weil die Industrie es nicht anders hergibt.

 

Wir beraten Sie jederzeit gerne und stehen Ihnen bei wichtigen Fragen zur Verfügung!

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